Composing

Eine exakte Charakterisierung meines Genres ist wegen der großen stilistischen Vielfalt sehr schwierig. Es ist im Grunde der Versuch kommerzielle Popmusik mit Kompositionstechniken aus der Minimal-Musik und dem Avantgarde zu verbinden. Es gibt aber eine Reihe von Merkmalen, die sich wie ein schwarzer Faden durch meine Kompositionen ziehen. Philipp Glass (USA), Wim Mertens (Belgien), Ludovico Einaudi (Italien) und Yann Tiersen (Frankreich) machten die Minimal-Musik in Europa salonfähig, allerdings funktionierte ihre Musik nur rein instrumental. Anne Clark (GB) begann als eine der Ersten Text auf Minimalmusik anzuwenden. Dies jedoch in rein gesprochener Form. In neueren Kompositionen unternimmt der Franzose Yann Tiersen immer mehr den Versuch auch Gesangsstimmen Raum und Platz zu geben.

Minimalmusik ist verglichen mit Kunstmusik von eher geringer harmonischer Komplexität. Sie bewegt sich meistens im Rahmen einer modalen Tonalität und verwendet Dissonanzen nur sehr sparsam. Minimalmusik wird aus einzelnen „pattern“ gebildet. Damit sind kleine rhythmische oder melodische Motivzellen gemeint, die im Gegensatz zur europäischen Klassik nicht unmittelbar nach Entwicklung streben, sondern über einen längeren Zeitraum unverändert wiederholt werden, bis sich an ihnen schließlich die schrittweise Veränderung vollzieht. Das rhythmische Element (oft Polyrhythmik) ist durch seine Repetition stark hervorgehoben, das heißt: ein einfaches Pattern wird über längere Zeiträume ständig mit nur leichten, oft kaum wahrnehmbaren Variationen wiederholt. Das Stück ergibt sich dann aus der einfachen Aneinanderreihung der Variationen. Wird ein Muster gleichzeitig mit geringfügig unterschiedlichen Geschwindigkeiten gespielt, kommt es zum so genannten Effekt der Phasen-Verschiebung was dann beim Hörer die “Illusion der dritten Hand” auslöst, da er die Spielbarkeit des Stückes mit zwei Händen nicht mehr für möglich hält. Minimalmusik arbeitet also mit dem Phänomen der “dritten Hand”. Man kann es auch Psychoakustik nennen, weil man Melodien hört, die faktisch gar nicht gespielt werden.

Es gibt noch ungemein mehr Techniken, die innerhalb meiner Kompositionen Anwendung finden. Die verrate ich jetzt aber nicht, denn genau das, was mir immer wieder gesagt wird, nämlich: “Ich finde keine Schublade für deine Musik” oder “Mir fällt keine vergleichbare Musik ein” oder “Sowas hab ich noch nie gehört” oder “Klingt super, aber wie machst du das?” naja…. dieser Zauber soll bestehen bleiben denn Minimalmusik bedeutet:

THE SONG IS THE WINNER